Florian T. Keller
» Farbiges Universum «
Von der Vertikalen wechseln die Bilder zur horizontalen Schichtung, deren landschaftliche Anmutung sich bereits sehr in die Abstraktion hinein entwickelt, um sich dann in der Rotation aufzulösen. Das Bild scheint sich gleichsam zentripetal auszudehnen, seine Farben aus der Mitte nach aussen zu schleudern. Viele Bilder lassen gar kein Oben und Unten, keine Mitte und Peripherie erkennen, sondern sind drehbar, von allen Seiten zu lesen und unendlich wie das Universum.
Wie Stöhrer benutzt Keller oftmals auch nur zwei bis drei miteinander stark kontrastreiche Farben, die das Bild dominieren. Mal setzt er auf den Kontrast von Gemaltem oder Gezeichneten zum Untergrund - hierzu gehören zum Beispiel auch die Collagen. Ein anderes Mal bevorzugt er lasierte Transparenzen. Strukturen kontrastieren mit Verläufen, graphische Elemente mit Farbfeldern.
Die Palette reicht von 'raffiniert' bis 'naiv'. Bei manchen Arbeiten mag man sich an Kinderzeichnungen erinnert fühlen, von denen übrigens auch Walter Stöhrer viele Anregungen bezog. Manchmal ist es auch nur ein Fleck, der das Werk in Gang gesetzt hat. Geschwindigkeit spielt bei etlichen eine große Rolle.
Dr. Ursula Prinz, Berlinische Galerie
